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SLC6A1-NDD: Klinischer Überblick

Jedes Jahr organisiert SLC6A1 CONNECT ein Symposium in den Vereinigten Staaten.
Eine der Referentinnen des Symposiums 2024 war Dr. Marie Varnet, MD, von UT Southwestern und Children’s Health Dallas. Wir danken ihr herzlich für ihren wertvollen und informativen Vortrag.

 

Nachfolgend haben wir einige der wichtigsten Punkte des Vortrags zusammengefasst.

 

Häufigkeit und Entdeckung

Erkrankungen im Zusammenhang mit Mutationen des SLC6A1-Gens betreffen schätzungsweise 1 von 38.000 Geburten. Sie wurden erstmals zwischen 2014 und 2015 beschrieben, hauptsächlich bei Kindern mit Absencen und myoklonisch-atonischen Anfällen.

 

Entwicklung und Regression

Entwicklungsverzögerungen sind ein häufiges Merkmal bei Kindern mit SLC6A1-Mutationen und treten in etwa 95 % der Fälle auf. Viele Betroffene zeigen auch Anzeichen einer Regression, d. h. einen Verlust bereits erworbener Fähigkeiten, sowohl im sprachlichen als auch im motorischen Bereich.

Diese Regression kann sich auf verschiedene Weise äußern: In einigen Fällen handelt es sich um einen einzelnen Vorfall mit oder ohne anschließende Besserung, in anderen Fällen tritt sie im Laufe der Zeit mehrmals auf. Wenn sie auftritt, ist die Regression oft mit epileptischen Anfällen, Autismus und schweren Sprachstörungen begleitet.

 

Epileptische Anfälle

Epilepsie ist ein sehr häufiges Symptom bei Personen mit einer SLC6A1-bedingten neuroentwicklungsbedingten Störung. Eine frühzeitige Diagnose ist jedoch schwierig, da das Elektroenzephalogramm (EEG) in den ersten Lebensmonaten oft unauffällig ist.
Die häufigsten Anfallsarten sind Absencen, gefolgt von atonischen, myoklonischen und tonisch-klonischen Anfällen.

 

Hinweis: Wir haben uns bewusst entschieden, den Teil des Videos zur Pharmakotherapie nicht zusammenzufassen, da wir keine Empfehlungen zu diesem Aspekt geben möchten. Interessierte können sich unseren Selbsthilfegruppen anschließen, um Unterstützung zu erhalten oder Erfahrungen auszutauschen.

 

Bewegungsstörungen

Neben kognitiven und Verhaltensproblemen leiden mehr als die Hälfte der Kinder mit einer SLC6A1-Mutation an Bewegungsstörungen. Zu den Symptomen können ungeschickte Bewegungen, Koordinationsstörungen, Zittern, Ataxie oder Gangstörungen gehören.

 

Problematische Verhaltensweisen

Problematische Verhaltensweisen gehören zu den herausforderndsten Aspekten für diejenigen, die sich um eine Person mit SLC6A1-Mutation kümmern. Etwa 78 % der Patienten zeigen schwer zu bewältigendes Verhalten wie häufige emotionale Krisen, geringe Frustrationstoleranz, Impulsivität und, in mehr als der Hälfte der Fälle, Aggressivität.

Traditionelle erzieherische Massnahmen sind oft wenig wirksam, um diese Verhaltensweisen zu ändern.

 

Schlafstörungen

56 % der Kinder mit SLC6A1-Mutation leiden unter Schlafstörungen. Zu den häufigsten Störungen gehören: Schwierigkeiten beim Einschlafen, häufiges nächtliches Aufwachen, unruhiger Schlaf und frühes Erwachen.

 

Autismus

Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) treten bei Kindern mit einer SLC6A1-Mutation häufig auf, mit einer Prävalenz von 61 %, die gleichmäßig auf Jungen und Mädchen verteilt ist.

Zu den ersten beobachtbaren Symptomen gehört häufig eine Entwicklungsregression, wie z. B. der Verlust der Sprache oder anderer Fähigkeiten. Das Vorliegen dieser Symptome bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass später eine Autismus-Spektrum-Störung diagnostiziert wird.

 

 

BEISPIELFALL

In ihrem Vortrag stellt Dr. Marie Varnet einen Beispielfall vor, der in fünf Teile gegliedert ist. Wir sind der Meinung, dass dieses Beispiel die Erfahrungen vieler Familien realistisch widerspiegelt. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, es vollständig zu übersetzen, ohne Änderungen vorzunehmen oder den Inhalt zusammenzufassen.

Im Bericht richtet sich der Erzähler an einen hypothetischen Arzt, der ein Mädchen mit SLC6A1-Mutation betreut.

 

Erster Teil

Ein 2-jähriges Mädchen wird wegen einer Entwicklungsverzögerung und Sprachstörungen in die neurologische Abteilung überwiesen.

Sie wurde nach einer normalen Schwangerschaft ohne Komplikationen termingerecht geboren. Als Säugling hatte sie viele Probleme mit Reflux, und ihre Eltern hatten Schwierigkeiten, eine verträgliche Ernährung für sie zu finden.

Sie zeigte nie Interesse an Spielzeug oder ihrer Umgebung, wie es ihre älteren Geschwister taten.

Sie hatte eine leichte Verzögerung beim Sitzen, Krabbeln und Laufen, aber jetzt, im Alter von 2 Jahren, kann sie laufen und rennen, scheint jedoch weniger koordiniert zu sein als Gleichaltrige. Manchmal fällt Sie plötzlich ohne ersichtlichen Grund. Seit ihrer frühesten Kindheit haben die Eltern seltsame Episoden beobachtet, in denen Sie blinzelt und mit leerem Blick starrt. Zuvor, im Alter von etwa 10 Monaten, wurde sie einem Elektroenzephalogramm unterzogen, das unauffällig war.

Das Weinen und Plappern setzte pünktlich ein; kurz nach ihrem ersten Geburtstag sprach sie ihr erstes Wort und erlernte eine Reihe weiterer Wörter, aber in den letzten zwei Monaten hat sie völlig aufgehört zu sprechen.

Wutanfälle treten wie bei jedem anderen 2-jährigen Kind auf, aber die Eltern empfinden ihre Ausbrüche als intensiver und schwerer zu beruhigen als die ihrer älteren Kinder.

 

Zweiter Teil

Besorgt über die Symptome und die Entwicklungsregression beginnen Sie mit diagnostischen Untersuchungen.

Das Kontroll-EEG ist auffällig. Die vollständige Exomsequenzierung (Whole Exome Sequencing) zeigt eine pathogene Variante des SLC6A1-Gens.

 

Dritter Teil

Um die epileptischen Anfälle unter Kontrolle zu bringen, mussten einige Anpassungen vorgenommen werden, aber insgesamt läuft alles gut. Da Sie wissen, wie wichtig eine frühzeitige Intervention ist, haben Sie Anträge für Sprachtherapie, Physiotherapie, Ergotherapie und eine Autismus-Diagnostik gestellt.

Glücklicherweise leben Sie in einer Gegend, in der es so gut wie keine Wartezeiten für Therapien und Autismus Bewertung gibt. Als die Familie sich bei Ihnen meldet, ist das Mädchen bereits in Therapieprogrammen aufgenommen und die Familie hat eine Autismus-Diagnose erhalten. Die Familie ist erleichtert, endlich einen Namen für das zu haben, was mit ihrer Tochter passiert, macht sich aber Sorgen um die Zukunft.

 

Vierter Teil

Ihre Patientin ist jetzt 7 Jahre alt. Die Anfälle sind seit Jahren unter Kontrolle, doch die Eltern sind aufgrund des schwierigen Verhaltens ihrer Tochter gestresster und frustrierter denn je.

Das Mädchen hat häufige Krisen, die schwer vorhersehbar sind. Es kann vorkommen, dass sie aggressiv wird, sowohl während der Krisen als auch plötzlich, ohne ersichtlichen Grund.

Das Mädchen nimmt an einem ganztägigen Verhaltensprogramm teil, aber auch ihre Therapeuten sind sich nicht sicher, wie sie weiter vorgehen sollen. Sie erwägen nun, sie aus dem Zentrum zu entlassen.

Als ob das nicht genug wäre, schläft die Patientin nur vier Stunden pro Nacht. Sie hat Schwierigkeiten beim Einschlafen und wacht früh auf, ohne wieder einschlafen zu können. Die Eltern sind völlig erschöpft.

 

Letzter Teil

Heute geht es Ihrer Patientin deutlich besser – dank eines langen Weges, der den Einsatz verschiedener Medikamente, gezielter Therapien und verhaltenstherapeutischer Maßnahmen umfasste.

Sie haben hervorragende Arbeit geleistet, indem Sie eng mit der Familie zusammengearbeitet haben, um auf die Bedürfnisse des Mädchens und der betreuenden Personen einzugehen.

 

Wir danken Frau Dr. Marie Varnet erneut für ihren Vortrag „Clinical Presentation of SLC6A1-NDD“ und SLC6A1 CONNECT für die Erlaubnis, dieses wertvolle Video verwenden zu dürfen.

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